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Michael Walkner gewinnt das Hells Ride Hard Enduro im Kärntner Metnitztal

Ein völlig neues Konzept überlegte sich der allseits bekannte Rennveranstalter Tom Pirolt für das heurige Rennen im schönen Metnitztal. Fand die letztjährige Premiere noch unter ähnlichen Bedingungen wie die vergangenen ÖEC-Rennen statt, gab es heuer eine komplette Neustrukturierung.

Das Rennen wurde von Beginn an als Hard-Enduro angepriesen und da kann schon zu Beginn verraten werden, dass die Umsetzung perfekt funktioniert hat und die Strecke wirklich traumhaft ausgesucht wurde. Die Grundidee ist schnell erklärt, es gibt eine leichte (Grund-) Runde, die für so ziemlich jeden Endurofahrer fahrbar sein sollte, davon abzweigend und freiwillig wählbar gibt es schwierige Streckenteile in mittelschwer bis extrem, sogenannte Outliers. Es gibt für jede gefahrene Runde drei Punkte und für jeden absolvierten roten Outlier einen Punkt und für die schwarzen Outlier zwei Punkte. Im Ziel gewinnt dann nicht zwingend der schnellste Rider, sondern derjenige mit den meisten Punkten nach Ablauf der Zeit.

Schon donnerstagabends war das Fahrerlager üppig gefüllt, am Plan standen ein Trainingstag mit Qualifying für die Startaufstellung am Freitag, das Rennen am Samstag, sowie ein weiterer Trainingstag am Sonntag inklusive Enduro4Kids Trainings und Rennen. Es gab also durchgehend Action für die zahlreichen Zuschauer vor Ort. Der am weitest angereiste Teilnehmer kam aus Schweden, unsere deutschen Freunde kamen mit einer unglaublich großen Abordnung, davon erstmalig eine große Anzahl mit Elektromopeds.

 

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Mit dem freitäglichen Sonnenaufgang kamen die sommerlichen Temperaturen einher und bescherten uns einen traumhaften Tag im Enduroparadies. Es war die gesamte Strecke für das Training freigegeben, jeder konnte sich auf die Strecke eingrooven und den Schwierigkeitsgrad seines Könnens wählen. Der Beginn der Strecke war ähnlich dem Vorjahr und führte relativ bald zum ersten Steilhang, welcher relativ problemlos passierbar war und auf den Forstweg führte, von dem es dann in das vom Vorjahr gefürchtete Fels-Wurzel-Massaker ging. Voriges Jahr zeigte uns Graham Jarvis in elegantester Weise noch, wie einfach es sein kann, doch für 99,9% aller Teilnehmer war dieser Hang schon eher der Endgegner. Nach circa 2/3 des Hanges konnte man sich für die rote Ausfahrt entscheiden, oder man hatte doch noch die Energie und freute sich noch über die letzten Meter als schwarze Spur.

Von da führte die Strecke dann zu einem traumhaften neuen Steilhang mit mehreren hundert Meter Länge. Auch da gab es verschiedene Schwierigkeitsgrade, war die erste Hälfte bis zum Forstweg auch noch ziemlich griffig und für die meisten gut fahrbar, so war die zweite Hälfte des Hanges geteilt. Links vom Felsen war die rote Spur, rechts vom Felsen die schwarze Spur. Generell zeigte sich, dass man die schwarzen Outliers taktisch angehen sollte und vielleicht Teamwork fürs Rennen in Betracht ziehen sollte.

 

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Danach führte die Strecke noch auf den höchsten Punkt, von welchen man perfekte Aussicht aufs Fahrerlager hatte, um sich danach wieder talabwärts zu schlängeln. Auch da hatte man noch zwei Mal die Möglichkeit einen roten Outlier zu wählen und dies waren eigentlich die am leichtest verdienten Punkte, die man sammeln konnte.

Am Nachmittag gab es auf verkürzter schneller Strecke zwei gezeitete Runden, wobei die schnellere Zeit für die Startaufstellung am nächsten Tag hergenommen wurde. Dazu gibt es eigentlich nur eine wichtige Meldung, die zu erzählen wäre, nämlich, dass die jungen Talente schwer am Nachrücken sind. Der Lokalmatador Julian Köstenberger konnte in der Overallwertung den hervorragenden 10. Platz erreichen!

 

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Qualifikation Overall Wertung:

  1. Michael Walkner
  2. Dieter Rudolf
  3. Leon Hentschel
  4. Manuel Preuhs
  5. Steinkellner Lorenz

Samstag war Renntag, am Vormittag standen die Klassen E1, Veteran, Senior, Rookies, Jungspund, Damen und Hobby am Start des Finale B. Sieger war, wer in 3,5 Stunden nach drei Runden die meisten Punkte gesammelt hatte. Die Strecke forderte wirklich alles von den Fahrern ab, über die gesamte Veranstaltung galt eine No-Help-Zone, d.h. nur Fahrer untereinander durften sich helfen. Bei absolutem Traumwetter wurden die Startreihen nacheinander unter Anwesenheit des Teufels losgelassen, jeder Rider hatte sich seine persönliche Rennstrategie zurechtgelegt, die es umzusetzen galt. Nach wirklich anstrengenden 3,5 Stunden standen im Finale B folgende Sieger fest:

E1:

  1. Böhm Thomas
  2. Reven Fabian
  3. Hochkircher Christopher

Junior:

  1. Schwarzbauer Dominik
  2. Felderer Rene
  3. Kettl Simon

Elektro:

  1. Wartecker Ralf
  2. Rinkl Yanik
  3. Brüggl Stefan

Senioren:

  1. Konrad Hannes
  2. Leitner Christian
  3. Lietz Robert

Veteranen:

  1. Pieper Andreas
  2. Bleiner Lukas
  3. Kunest Tommy

Damen:

  1. Sturm Katharina
  2. Bittner Julia
  3. Hofmann Jaci

Rookies:

  1. Heckenbichler Lukas
  2. Steindorfer Fabian
  3. Schuppe Kimi

Jungspund:

  1. Bauer Emil
  2. Kogelmann Kevin
  3. Schweiger Lorenz

Hobby:

  1. Forissier Boniface
  2. Brandl Andreas
  3. Peuker Mario

 

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Nach der Mittagspause wurde um 15.00 Uhr das Finale A mit den Klassen E2 und E3 gestartet. Am Plan standen vier Runden in 3,5 Stunden. Da kam es gleich am Start zu einem tollen Duell zwischen den Topfahrern Michael Walkner und Didi Rudolf, der den Start gewinnen konnte. Doch nach kurzem Kampf konnte sich Walkner doch einen relativ komfortablen Vorsprung herausfahren, welchen er bis in Ziel nicht mehr hergab.

Durch unglaubliche Linienwahl gepaart mit unglaublichen Können, pilotierten die Besten ihre Bikes um den Rundkurs und sammelten fleißig Punkte. Nicht umsonst war Michael Walkner vor wenigen Jahren noch Werksfahrer bei GASGAS und einer der besten Extrem-Enduropiloten des Planeten, mit unglaublichen Rundenzeiten erreichte er nach 1h34min das Ziel mit der vollen Punktezahl.

Knapp 15 Minuten später erreichte Didi Rudolf als Zweiter das Ziel und wieder 25 Minuten später erreichte der erst 17-jährige Lorenz Steinkellner als Dritter das Ziel! Gratulation dafür, das war gleichzeitig auch das Overallpodest für das HellsRide 2026! Sidenote: Von allen Teilnehmern des Nachmittagslaufes absolvierten die ersten elf Rider alle Streckenteile und finishten mit der vollen Punktezahl.

E2:

  1. Egger Michael
  2. Isopp Manuel
  3. Spendl Dominic

E3:

  1. Walkner Michael
  2. Rudolf Dieter
  3. Steinkellner Lorenz

Im anschließenden Interview lobten alle Teilnehmer den perfekten Rennablauf:

Michael Walkner:So ein gewaltiges Rennen in einer einmaligen Natur-Kulisse und so professionell organisiert, dass sich viele Veranstalter eine Scheibe abschneiden können. Zuschauer am ganzen Berg, einfach ein Wahnsinn!“

Dieter Rudolf: „Ein Mega-lässiger Event und dem Namen Hard-Enduro wirklich würdig. Ich hab wirklich gepusht, bin zum Schluss wieder etwas näher gekommen, aber Michi war heute nicht zu halten. Chapeau an den Veranstalter Tom Pirolt!“

Lorenz Steinkellner: „Ich bin super Happy mit meiner Leistung vor heimischen Publikum, ich bin ja hier praktisch zuhause!“

Der Abend stand ganz im Zeichen der Siegerehrung und der Partynacht. So wie die Sonne weg war, sanken die Temperaturen auf wirklich ungemütliches Niveau, sodass das Festzelt aus allen Nähten platzte und die Stimmung sehr gut war.

Am Sonntag reisten viele Teilnehmer schon ab, umso gemütlicher gestaltete sich der Trainingstag. Kaum Verkehr auf der Runde und weiterhin Topbedingungen belohnte alle, die den inneren Schweinehund besiegten und doch noch einmal aufs Motorrad stiegen. Generell stand der Sonntag wieder ganz im Zeichen der Enduro4Kids, man kann den Jungs wirklich nur Danke sagen, da wird wirklich ganz tolle Nachwuchsarbeit geleistet. Über die Ergebnisse der E4K-Rennen könnt ihr euch über deren Homepage informieren.

 

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Zum Schluss gibt es aber doch noch einige Dinge, die erzählt werden müssen und wo wir sehr dankbar sind, dass alles so ist, wie es ist. Wieder mit am Start war unser Dakarprofi und Hero-Werksfahrer Tobias Ebster, der sich in unglaublich sympatischer Manier für seinen kürzlich leider sehr schwer verunfallten Kumpel Dominic Haselwanter stark gemacht hatte. Domi ist seitdem querschnittgelähmt und kämpft jeden Tag für eine Besserung seiner Situation. Hierfür wurde bei der Anmeldung ein eigener Spendentopf aufgestellt und die Großzügigkeit der Enduro-Community kannte ein weiteres Mal keine Grenzen und so wurden über die drei Tage fast 4.000 Euro an Spenden für Dominic erzielt. Ein riesengroßer Dank dafür!!!!

Vielen Dank auch den Grundbesitzer Leitner Andreas, dass wir in dieser Traumkulisse unserem Hobby frönen dürfen. Er hat uns das ganze Wochenende mit seinem Team perfekt versorgt, die Verpflegung war wie auch schon letztes Jahr einmalig. Bei der Siegerehrung lobte er die gesamte Enduro-Community, es sei eine Freude durch das Fahrerlager zu gehen, überall freundliche Leute und nirgends liegt Müll herum, das HellsRide scheint für die nächsten Jahre gesichert.

Zum Schluss noch einen großen Dank an Toml Pirolt, der wieder einmal neuen Ideen gefunden und perfekt umgesetzt hat. Danke Toml, dass du mit deiner Familie unermüdlich daran arbeitest, dass uns Endurofahrern nicht langweilig wird!

Wir kommen bestimmt wieder, bis dahin bleibt am Gas.

Alle Infos zum Event: www.hellsride.net

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Text: P.B. EART, Fotos: E.A.R.T., Lobner, Isopp

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