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Der moderne Endurofahrer muss sich heutzutage mit Entscheidungen herumschlagen, welche vor 20 Jahren noch nicht Bestandteil unseres Hobbys waren.  Bei der Wahl des Reifens hat man bei der Jahrtausendwende nicht lange gefackelt, gab es schwieriges Gelände war die Auswahl nicht allzu groß, wurde schneller gefahren gab es auch nur eine Handvoll Reifen, für welche man sich entscheiden konnte.

In den letzten Jahren wurde von vielen Reifenherstellern ein großer Aufwand betrieben und spezielle Reifenmischungen hergestellt, die das breite Einsatzspektrum für härteste Geländeverläufe abdecken sollten. Mittlerweile gibt es eine Menge Angebot im Sektor dieser Extrem-Enduro-Reifen.

Diese Sparte deckt der allseits bekannte und extrem engagierte österreichische Reifenhersteller X-Grip schon seit einigen Jahren mit dem ESCALATOR ab, welcher als Eintages-Extremenduro-Reifen konzipiert wurde und von Anfang an hervorragend funktioniert hat. Doch anstatt sich auf den Lorbeeren auszuruhen, wurde weiterentwickelt und so konnte vor einigen Wochen als Ergänzung zum bisherigen Reifenprogramm der neue X-GRIP KING KONG STICKY präsentiert werden.

 

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Die Beschreibung auf der Homepage verspricht großes:

KING KONG – Der absolute King im Gelände
Die STICKY-Version des KING KONG ist mit einer extra weichen, klebrigen Gummimischung ausgestattet, die sich kompromisslos im Untergrund festkrallt und nicht mehr loslässt. Nasse Wurzeln, glitschige Steine, steile Auffahrten oder Bachbette? Genau sein Revier. Dort, wo andere Reifen längst an ihre Grenzen kommen.
Die weiche Karkasse sorgt für massiven Seitenhalt, egal ob in Schräglage oder bei Schrägfahrt, und bleibt trotzdem stabil genug für schnelle Verbindungsetappen, wie man sie etwa bei den Red Bull Romaniacs fährt.
Brutale Traktion in technischen Sektionen, ohne bei Tempo die Nerven zu verlieren.“

Enduro-Austria hat die Möglichkeit sofort genutzt, die frischen King Kong´s auf Herz und Nieren zu testen. Nachdem der Frühling in Kärnten endlich die Oberhand gewinnen konnte, machten sich mein EART Teamkollege Resinger Chris und ich endlich daran, die neuen Waffe aus dem Hause X-Grip zu testen.

 

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Testbericht Paul Bernsteiner: Ich bin den neuen superweichen KingKong jetzt ca. drei Stunden im Hard Enduro gefahren und bin schwer begeistert. Als Mousse hatte ich ein ca. 6 Monate altes EH-2 von X-Grip, d.h. optimale Voraussetzungen für schweres Hard Enduro, empfohlen wird hierfür ein SS2.

Im trockenen Wald hätte noch jeder Reifen gut funktioniert, anders ist es aber sobald man im rutschigen Bachbett ankommt. Da konnte überall Traktion aufgebaut werden, egal ob nasser oder trockener Fels, da gab es keinerlei Traktionsprobleme, für mich auf jeden Fall Bestnote im Bachbett.

Als nächstes gab es eine extrem steile Schrägfahrt, Seitenhalt im Schritttempo war gefragt. Auch da funktionierte der Reifen außerordentlich gut, ich konnte mich immer darauf verlassen, dass sich die seitlichen Stollen auf jeder noch so kleinen Wurzel festbeissen. Auch in Schlammpassagen konnte eine gute Performance abgerufen werden, wo mein Mitstreiter mit einem anderen Reifen schieben musste, konnte ich in einem Zug hinauffahren. Man kann eigentlich überall anfahren, wo man mit einem herkömmlichen Reifen sicherlich schon Problem hätte. Durch die Trockenheit waren sämtliche Wurzelpassagen eher leicht zu befahren, auch da zog der KingKong wie auf Schienen drüber.

Das Resümee ist für mich sehr positiv, der KingKong Sticky ist auf jeden Fall ein genialer Reifen, wenn es ins härtere Gelände geht. Der Verkaufspreis von ca. 115 Euro in Österreich ist im Vergleich zu den Mitbewerbern sehr niedrig angesetzt, alleine schon deshalb, sollte der Reifen unbedingt probiert werden! Nach drei Stunden Wald und Bachbett haben sich die Kanten der Stollen minimal heruntergefahren, je steiniger und schneller, desto mehr Verschleiß hat man logischerweise.

 

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Testbericht Resinger Christian: Für mich war es der erste Test vom „King Kong“. Die Verhältnisse waren am Testtag extrem schwierig, nasses Laub auf Steinen und Wurzeln, die Temperaturen waren bei rund 7-8 Grad Plus. Wie ein Reifen funktioniert hängt natürlich von vielen Faktoren ab - Das gesamte Setup ist entscheidend. Ein guter Enduro Reifen nützt dir nichts, wenn du mit einem harten/falschen Mousse, oder mit einem Motocross Fahrwerk vor einem Wurzelteppich stehst.

Schon auf den ersten Metern hatte ich gleich ein Vertrauen in den Reifen. Er zog mich über Wurzeln, bei denen ich sonst eigentlich absteigen oder kurz schieben musste - was am Anfang etwas ungewohnt war. Natürlich muss man sagen, bei 7 Grad kommt das wahre Potential von der sticky -  Gummimischung nicht voll zur Geltung. Die größte Stärke dieses Reifens sind meiner Meinung nach aber Querfahrten. Irgendwie zieht dich der Reifen immer zum Hang was natürlich ideal ist. Dieses Verhalten verdankt der Reifen wohl den V-förmig nach innen verlaufenden Seitenstollen.  Diese Form der Seitenstollen ist meiner Meinung nach einzigartig im Segment der Enduroreifen und kann ein echter Gamechanger im Extremenduro sein.

 

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Bild: Der Reifen nach 3 Stunden Einsatz im extremen Gelände mit vielen Steinen. 

 

Weitere Infos:

Der Reifen ist übrigens Laufrichtungsgebunden, funktioniert aber bei "Falschmontage" auch nicht wesentlich schlechter. Durch die eher grobe Anordnung der Stollen, reinigt sich der Reifen perfekt, was für die Bremswirkung oder den Angriff auf den nächsten Hang natürlich ideal ist. 

Der Verschleiß hängt auch wieder von vielen Faktoren ab. Auf nassen Wurzel und Waldboden wird der Reifen länger leben wie bei 30 Grad auf Steinen im „Carls Dinner“. Einziger kleiner negativ Punkt ist der vorwärts Drang bei sehr losem Untergrund, wie z.B. die Starthänge beim Erzberg oder auch im tiefen Laub. Aber das ist jetzt schon Jammern auf sehr hohem Niveau. Es wird keinen Reifen geben der für alle Verhältnisse und Beschaffenheiten perfekt passt. Aber mit dem KingKong "sticky" bist du mit Sicherheit nahe am perfekten Hardenduro Reifen dran. 

Im Vorfeld gab es viel Lob von den X-Grip-Werksfahrern, die den Reifen das gesamte letzte Jahr in den wichtigsten Rennserien der Welt testeten- Zuletzt konnte Mitch Brightmore den abschließenden SuperEnduro-WM-Lauf in Frankreich für sich entscheiden! Natürlich entsteht oft der Eindruck, dass in so einem Bericht die üblichen Floskeln verwendet werden, unsere Erfahrungen beziehen sich aber auf wirkliche Tatsachen und Tests, wir sind von diesem Reifen mehr als überzeugt und sind uns sicher, dass das von der Enduro-Communitiy ganz ähnlichgesehen werden wird und der Reifen ein Hit wird!

Für den konsequenten Extreme Enduro Einsatz empfiehlt X-GRIP die Kombination mit dem X-GRIP Mousse SSE-2 (SuperSOFT EXTREME). Je nach Strecke und Setup kann auch eine Alternative aus dem X-GRIP Mousse Programm sinnvoll sein, wenn mehr Stabilität oder Laufleistung gefragt ist.

Der X-GRIP KING KONG STICKY 140/80-18 ist ab sofort im Fachhandel erhältlich.

 

Alle Infos zum neuen Reifen mit Klick auf die Bilder!

oder https://www.x-grip.at

 

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Text: P.B. + C.R. EART, Bilder: P.B. EART (Die Testreifen wurden von X-Grip zur Verfügung gestellt).

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