
Beta Enduro 2027:
Beta gibt Vollgas! Die Italiener zeigen Innovationen, Modellpflege und neue Modelle in allen Bereichen. In Montevarchi (I) wurde mit Stolz das neue Modelljahr 2027 vorgestellt. Edi Ederer hat für Enduro-Austria die neuen Modelle getestet:
Unglaublich, aber wahr, bei Beta kann man aus insgesamt 18 Modellen wählen! Daher muss ich zu Beginn einen Überblick verschaffen, sonst fehlt einem komplett der rote Faden im folgenden Bericht.
XTrainer
Beginnen sollte man mit den XTrainer Modellen, hier blieb die bewährte 300er im Programm, neu kam die 200er XTrainer dazu! Allessamt 2 Takter, die 250er flog aus dem Programm, der Unterschied zwischen 250 und 300ccm war zu gering.
RR X-Pro Modelle/RR Race Modelle
Die Nomenklatur ist hier etwas verwirrend. Denn die RR X-Pro sind die Standardmodelle und darüber angesiedelt sind die RR Race Modelle! Also XTrainer dann RR X-Pro und dann die Speerspitze der RR Race Modelle (werden erst noch vorgestellt). Und hier jeweils die 2 Takt Modelle 125/200/250/300 und 4 Takt Modelle 350/390/430/480
So, ich hoffe hier mal einen kleinen Überblick über die mit Sicherheit größte Modellvielfalt aller Hersteller gebracht zu haben.

Weiter geht’s vorab mit den Neuerungen, welche die 2027er Modelle bekommen haben
Neue elektronische Assistenzsysteme und deren Bedienelemente:
Zum ersten Mal in der 4T-Baureihe von Beta kommen zwei aus dem Wettbewerb stammende Technologien zum Einsatz: Launch Control (LC) und Quick Shift (QS). Die in 5 Stufen einstellbare Launch Control ermöglicht den X-PRO 4T My27 einen schnellen Start, indem sie die Drehmomentabgabe so steuert, dass die Traktion vom ersten Meter an maximiert wird, wodurch Zeitverluste durch Blockieren oder unkontrollierte Wheelies vermieden werden; eine nützliche Funktion für gelegentliche Ausflüge auf die Motocross-Strecke.
Quick Shift hingegen ermöglicht das Schalten der Gänge, ohne den Gashebel loslassen zu müssen, und garantiert blitzschnelle Gangwechsel ohne Leistungsunterbrechungen, wodurch in kürzerer Zeit mehr Meter zurückgelegt werden können.
Zwei Lösungen, die das technologische Niveau der 4T-Baureihe von Beta auf neue Standards heben und dem Fahrer ausgefeilte Systeme wie bei Rennmotorrädern an die Hand geben, um unter allen Bedingungen des Wettbewerbs das Maximum herauszuholen.
Das Bedienfeld, das nun die neuen LC- und QS-Tasten sowie die bewährte, zweistufig einstellbare Traction Control (TC) und den Map-Schalter (mit zwei Motor-Maps) beherbergt, wurde entsprechend neu gestaltet, wobei seine Position innerhalb des Lenkerschutzes beibehalten wurde, der ebenfalls ein neues Design erhielt.

Neuer Spannungsregeler sowie Kettenspanner
Titanventile: Die Aktualisierung der neuen 4T-Enduro-Modelle umfasst auch Titanventile mit überarbeiteter Oberflächenbeschaffenheit – eine Lösung, die es ermöglicht, die Standards in Bezug auf Widerstandsfähigkeit und Zuverlässigkeit weiter zu erhöhen und damit das ständige Augenmerk auf die Entwicklung der Schlüsselkomponenten des Motors zu unterstreichen.
Kurbelwellenlager:
Mit dem Modelljahr 2027 sind die RR X-PRO 250- und 300-Zweitaktmotoren mit neuen Kurbelwellenlagern ausgestattet, die eine Verringerung der inneren Reibung im Motor ermöglichen, wodurch der Laufruhe verbessert und die Zuverlässigkeit sowie die mechanische Gesamtleistung optimiert werden. Der spürbare Vorteil zeigt sich in einer direkteren und kraftvolleren Leistungsentfaltung in allen Drehzahlbereichen, was zu jenem Gefühl eines lebendigen und reaktionsfreudigen Motors beiträgt, das X-PRO-Fahrer zu schätzen wissen.
Kolben:
Beim Modell 125 2T wurde ein überarbeiteter Kolben eingeführt, der das Ergebnis einer Optimierungsarbeit ist, die darauf abzielt, die Laufruhe, die Gesamtqualität und den Geräuschkomfort zu verbessern.
Kettenführung:
Dank der höheren Widerstandsfähigkeit dieses neuen Bauteils stellen der ständige Beschuss durch Schlamm und Steine sowie Stöße in den Kanälen kein Problem für die Lebensdauer dar. Eine Führung in ausgezeichnetem Zustand verleiht dem Endantrieb mehr Präzision und Stabilität und verringert das Risiko, dass dieser springt oder beschädigt wird, was der Sicherheit zugutekommt. Zudem absorbiert die verstärkte Struktur Belastungen besser, schützt die Schwinge und verlängert die Lebensdauer des gesamten Antriebsstrangs.
Griffgummi und Tacho sind ebenfalls neu gekommen.
LED-Scheinwerfer und Scheinwerferblende:
Design und Funktionalität vereinen sich in der neuen, von den Beta-Designern entworfenen Scheinwerferblende, die den Look des Motorrads auffrischt und einen robusten neuen LED-Scheinwerfer der neuesten Generation integriert, der nicht nur einen stärkeren Lichtstrahl bietet, sondern auch einen geringeren Stromverbrauch aufweist, was der Lebensdauer der Batterie zugutekommt.

Fahrwerk:
Die neu konzipierte Federung der RR X-PRO mit verkürztem Stand und Hub wurde durch eine optimierte Abstimmung und neue Aluminiumkomponenten weiter verfeinert, was zur Reduzierung des Gesamtgewichts des Fahrzeugs beiträgt. Die Gesamthöhe des Motorrads bleibt bei 930 mm (20 mm weniger als beim RR Race), was dem Fahrer in jeder Situation einen besseren Bodenkontakt ermöglicht, vom Freizeitausflug über das Fahren auf der Rennstrecke bis hin zu extremen Bedingungen.
SHC-Gabel (Separate Hydraulic Chamber):
Das asymmetrische Gabelkonzept, das zur Optimierung der Hydraulik und zur Reduzierung des Gesamtgewichts (um ca. 250 g im Vergleich zu einer Standardgabel) eingeführt wurde, wird beibehalten. Die Aufgabenteilung zwischen dem rechten und dem linken Standrohr ermöglicht eine bessere Kontrolle über alle Einstellungen, wobei das rechte Standrohr für die Federung zuständig ist, während das linke Standrohr die Hydraulik steuert.
Was ist neu? Die My27-Abstimmung der Gabel zielt darauf ab, die ideale Mischung aus Fahrwerksstabilität und Fahrkomfort zu erreichen. Ziel war es, das Einsatzspektrum der Gabel zu erweitern und die Stoßdämpfung zu verbessern, insbesondere in der ersten Phase des Federwegs (mehr als am Ende des Federwegs). Das Ergebnis ist eine neue Einstellung, die stets präzise und reaktionsschnell ist, den Bodenkontakt ideal aufrechterhält und gleichzeitig einen hohen Fahrkomfort bietet.
Federbein:
Auch das Monofederbein, das speziell für das Zusammenspiel mit den SHC-Gabeln des X-Pro-Modells entwickelt wurde, hat einige Aktualisierungen erfahren. Konkret wurde an der hydraulischen Dämpfung gearbeitet, um eine stärkere Trennung zwischen dem Betrieb bei hohen und niedrigen Geschwindigkeiten zu erreichen.
Die Einstellung dieses Aspekts erfolgt nun über ein neues externes Einstellsystem, für das keinerlei Werkzeug mehr erforderlich ist. Die verschiedenen, voneinander getrennten Strömungswege, die im Mono-Stoßdämpfer integriert wurden, zielen darauf ab, das Einsatzspektrum der Komponente zu erweitern, indem sowohl der Komfort als auch die Dämpfungsleistung erhöht, die Empfindlichkeit gegenüber den verschiedenen Einstellungen verbessert wird, und sie generieren insbesondere die Möglichkeit, bei der Stoßdämpfung auf hohe und niedrige Geschwindigkeiten einzuwirken.

Zum Test:
So, genug der Theorie und Prospektwälzerei. Als Testtrecke wurde die MX WM Strecke von Montevarchie ausgewählt, genau die Strecke wo zwei Wochen zuvor die MX WM zu Gast war. Und Rund um die MX Strecke wurde eine richtig lässige Enduro SP ausgesteckt. Eine Strecke wie ich sie mir wünsche für einen Test. Auf- und Abfahrten, Steinfelder, Kurven mit- und ohne Anlieger, eben so, dass man auch die Motorräder ernsthaft testen kann.
XTrainer:
Zu Beginn möchte ich auf die XTrainer Modelle eingehen. Die 300er ist ja bekannt und findet ihre AnhängerInnen. Sie ist kein Rennmotorrad im klassischen Sinn, eher ein Einsteigerbike, oder Genussbike für EnduristInnen welche die sanfte Traktion und Wendigkeit des kürzeren Rahmens schätzen. Nicht zu verachten die niedrigere Sitzposition, welche für alle mit kürzeren Hax’n sehr entgegen kommt. Auch für Frauen eine Macht im Wald. Die neue 200er spielt die Karte nochmals sehr gekonnt aus. Weniger rotierende Massen, der Motor spritziger und verspielter aber trotzdem auch im unteren Drehzahlbereich genügend Dampf. Man muss sich nur trauen auch mal weniger Kubik zu probieren, dann wird man mit einem richtig spaßigen Motorrad belohnt.

Der 200er Motor wurde aber nicht nur einfach von der X-Pro Serie in den XTrainer Rahmen gehängt, er wurde komplett überarbeitet. Der Motor bekam einen anderen Zylinderkopf, Kolben, Auslasssteuerung, Zündung und Ansaugstutzen.

Die Geometrie des kürzeren Rahmens spürt man sofort, wendiger und flexibler. Überrascht hat mich auch die Fahrwerksabstimmung. Hier wurde ein sehr guter Kompromiss gefunden zwischen weichem Ansprechverhalten aber trotzdem genug Gegendruck beim harten anbremsen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Sound der XTrainer. Durch die ungewohnte Auspuffform wird eben das starke Drehmoment im unteren Bereich generiert, hört sich dann halt etwas zugestöpselt an. Übrigens passen die Krümmer der XPro Modelle auch auf die XTrainer!

Weiter ging es im Anschluss mit den RR X-Pro 2 Takt Modellen
125ccm:
Die Kleine hat mich am meisten überrascht! Nicht das ich der klassische 125er Fahrer wäre, aber Beta hat hier mit dem Motor einen echten Wurf gelandet! Der Motor ist eine Wucht. Beta hat es geschafft über das ganze Drehzahlband einen leistungsstarken Motor zu bauen, ohne Loch in irgendeinen Bereich und trotzdem extrem drehfreudig. Chapeau, das ist die hohe Kunst des 2 Takt Motorenbaus! Sonst zirkelt die 125er wieselflink durch den Wald, man hat immer das Gefühl alles im Griff zu haben. Aber halt auch fordernd, die kleine Beta will gefahren werden.

200ccm
Mein heimlicher Favorit! Sie vereint das besten aus beiden Welten. Derselbe Rahmen wie in der 125er, kaum mehr rotierende Massen und einen Motor den man sich vor 10 Jahren noch in einer 250er gewünscht hätte. Auch im unteren Drehzahlbereich schon voll bei der Sache, ein kleines Zupfer’l an der Kupplung und ab geht die Post. Das Fahrwerk perfekt abgestimmt zwischen Komfort und genügend Gegendruck. Sie macht einfach am meisten Spaß. Zu bedenken, sie hat nur 97kg (ist damit um knapp 7 kg leichter als die 250er!).
250ccm
Sie ist die Königin der Sonderprüfung! Agil, kräftig von unten raus, kommt sie in höhere Drehzahl geht die Post richtig ab. Die Vergaserabstimmung ist richtig gut gelungen. Progressive Kraftentfaltung von unten raus dreht sie gefühlt in die Unendlichkeit. Die Bremsen aller Beta Modelle sind sehr angenehm, nicht zu aggressiv mit einem Druckpunkt.
300ccm
Die Hardenduro Rakete. Unglaublich welche Leistung die 300er vom Stand weg generiert. Dreht man dann den Gasschieber auf Anschlag geht die Post heftig ab. Das Ding auf Vollgas zu fahren, bedarf einem richtig guten Chauffeur!


Eines muss man bei allen Modellen ab 200ccm noch lobend erwähnen. Die Mappingschalter erfüllen tatsächlich ihren Zweck. Als Beispiel, die 300er im soften Mapping fühlt sich ungefähr wie die 250er im harten Mapping an. Genau diese merkbare Abstufung ist bei vielen Herstellern nicht selbstverständlich.

RR X-Pro 4 Takt Modelle:
350ccm
Die leichteste im Bunde. Mit der Vorstellung der neuen 250er 4 Takt MX sollte demnach nächstes Jahr die 250 4T Enduro folgen. Bis dahin ist die 350er die kleineste in der 4 Takt Palette. Sie ist die goldene Mitte, hat genug Saft in alles Lagen und kann auch mal aggressiv gefahren werden. Wie die 250 2T ist sie für mich die richtige Wahl für die Sonderprüfung. Agil, spritzig und mehr als genug Leistung.

390ccm
Mein Favorit, sie vereinbart noch immer Agilität mit schon drehmomentstarker Power. Warum auch immer, vermutlich hängt das mit dem Bohrung- Hub Verhältnis zusammen, baut keine andere Beta so viel Traktion auf wie die 390er. Sie ist das Motorrad für Alles.
430ccm
Wer noch schaltfauler unterwegs sein möchte, der gönnt sich 40ccm mehr. Klingt nach nicht viel, aber fühlt sicher wieder ganz anders an. Wer sattes Drehmoment liegt, der findet mit der 430er den idealen Hubraum.
490ccm
Der Dampfhammer schlecht hin. Mit ihr kann man auch locker mal einen TET fahren und dennoch überall hin in Gelände oder zu Rennen. Sie mag es eher gemächlich und holt dann mit satter Leistung und Drehmoment alles wieder auf. Aber auch trotz großem Hubraum immer noch angenehm zu fahren.

Fazit:
Die Palette ist enorm, die absolute Qual der Wahl. Die Fahrwerke sind in der RR-X-Pro Version überraschend vielseitig. 90% der HobbyfahrerInnen werden damit glücklich werden. Weich abgestimmt rollen sie stabil übers Steinfeld, haben aber dennoch genügend Durchschlagsreserven.
Beta Motorräder bauen vorne etwas höher auf, nach wenigen Runden gewöhnt man sich daran und dann geben sie einem viel Sicherheit. Die elektronischen Helferlein wie Mappingschalter sind top, andere wie der neue Quickshifter arbeitet besser als ohne, aber da ist noch Luft nach oben.
Die 4 Takt Modelle haben erstaunlich wenig Motorbremswirkung, macht sie dadurch agiler. Die neue Lampenmaske ist eher oldschool, gefällt einen oder nicht. Viele der Neuerungen bringen einen deutlichen Mehrwert. Lobend zu erwähnen, dass die Preise der 4T gleichbleiben, die 2 T nur gering nach oben angepasst wurden. Weiters werden alle Modelle mit Straßenzulassung ausgeliefert! Leider auch keine Selbstverständlichkeit mehr. Und eines ist auch deutlich aufgefallen, sie haben richtig Spaß gemacht!

Beta MX 2027
Was viele nicht wissen, Beta war bereits in den 70ern eine große Nummer im MX. So ist es nicht verwunderlich, dass die italienische Motorradschmiede wieder an alte Erfolge anknüpfen möchte.
So lud Beta neben der Präsentation der Enduro Modelle auch zur Vorstellung der neuen MX Modelle auf die WM Strecke von Montevarchi. Genau auf der Strecke wo zwei Wochen zuvor die WM zu Gast war. Und so war die Strecke auch hergerichtet. Tief gegruppert und stark bewässert. Für normale Hobbypiloten eine Nummer zu steil. Daher hab ich abgewartet bis der Boden aufgetrocknet war und sich erste Anlieger herausgefahren haben.


Was vor wenigen Jahren mit der 450er RX begann wurde mit der 250 RX 2T und 350 RX 4T ausgebaut und nun stellt Beta die brandneue RX 250 4T vor. Warum es etwas länger gedauert hat, die 250 4T in die Verkaufsläden zu schieben, liegt einfach daran, dass man keine halben Sachen machen wollte und all in gegangen ist.

Ziel war es, den 250er Motor in einen 125er Rahmen zu bekommen, um möglichst agil und leicht daher zu kommen, dies bedarf einer Menge Anstrengung, um einen so kompakten 4T Motor zu bauen. Eines vorweg, es ist ihnen gelungen! Mit einem Gewicht von nur 101kg stellt die zumindest im Prospekt einen Bestwert auf. Dies wurde durch eine rechtsseitig angeordnete Steuerkette und speziellen Aluminiumdruckgussverfahren sowie Magnesiumlegierungen an Zylinderkopf und Deckel erreicht.

Aber nicht nur das Gewicht lag im Focus, folgende Dinge wurden erfolgreich umgesetzt:
- Doppeltes Einspritzsystem mit zwei Einspritzdüsen
- DOHC Ventilsteuerung obenliegender Nockenwelle
- Kurbelwelle mit geschmiedeten Stahlkurbelwangen
- Monolithische Pleuelstange
- Leichte Lithium Batterie
- Racing Kurbelwelle mit Box in Box Kolbenkonstruktion
- 5 Gang Getriebe mit hydraulischer Kupplung
- Optimierte Kühlung mit computerunterstützter Strömungsanalyse
- KYB Fahrwerk
Welche elektrischen Helferlein wurden verbaut:
- Launch Control (2 Stufen)
- Quick Shifter
- Tractions Controlle (2 Stufen)
- Mappingschalter

Fahrberichte der einzelnen Modelle:
RX 250 4T
Der neue Stolz von Beta. Und wie es sich für eine Italienerin gehört auch richtig fesch geworden. Sie wirkt sehr filigran mit einer sehr aktiven Sitzposition und super Sitzbank-Tank Linie. Farben und Design wirken modern und heben sich von der Masse ab, ohne zu polarisieren. Die 250er schiebt übers ganze Drehzahlbank linear an mit einer starken Mitte. Im unteren und oberen Drehzahlbereich darf man sich keine Wunder erwarten trotz Drehzahllimit von 15000/min. kommt kein Nachbrenner mehr, aber war sicher auch bei den tiefen Bodenverhältnissen schwerer einzuschätzen. Der neue Quickshifter arbeitet grundsätzlich zufriedenstellend, weit besser als ohne, aber, es gibt mittlerweile bessere. Dennoch ein Zugewinn an Komfort und spürbarer Vorteil. Ein sehr gelungenes Bike, einfach zu fahren, mit eine breiten Leistungsmitte. Ein echtes Spaßgerät mit modernster Technik.
RX 250 2T
Die Rakete schlecht hin! Sie bedarf einer erfahrenen Hand, dann kann man damit richtig schnelle Rundenzeiten schaffen. Aber sie ist nichts für Anfänger oder Gelegenheitsfahrer. Sie will gefahren werden. Die richtige Wahl für Fahrer die in der MX2 Klasse überraschen wollen. Sie hängt direkt am Gas wirkt sehr leichtfüßig und gut ausbalanciert.
RX 350 2T
Meine persönliche Überraschung im positiven Sinn! Zu erste dachte ich an die alte 500er 2 Takt Ära, von alten rau laufenden Motoren mit unberechenbarer Leistungsentfaltung. Und genau das Gegenteil war der Fall. Der Motor läuft ruhiger als ein moderner 4 Takter! Die Abstimmung ist so gelungen, dass man wie mit einem großen Viertakter einen Gang höher fahren kann und das Drehmoment zieht einen aus jeder Kurve heraus. Sie vereint die positiven Eigenschaften von 4 Takt Motoren mit der Leichtfüßigkeit von 2 Takt Motorrädern. Chapeau, da hat Beta ein echt feines Gerät in die Auslage gestellt.
RX 450 4T
Die große Beta ist noch immer ein ungewohnter Anblick auf den MX Strecken. Etwas zu Unrecht, denn mit ihrem Charakter passt sie eigentlich perfekt für die Masse an Hobbyfahrern. Nicht das sie schwach wäre, was bei modernen 450er kaum möglich ist, aber der Marketingspruch von Beta mit der „rideability“ stimmt hier vollkommen. Sie ist speziell mit Tractionskontrolle und Quickshifter sehr sicher und einfach zu fahren und macht daher auch von Beginn an viel Spaß. Gerade auch schnellen Strecken spielt sie ihren Hubraumvorteil voll aus.

Grundsätzlich sind die Fahrwerke eher auf der komfortableren Seite, was aber für Hobbyfahrer sehr gut passt. Wer damit in der ÖM an den Start geht, der passt sich sowieso jedes Fahrwerk auf sich an. Ich denke es ist Beta hier eine sehr gute Spreizung gelungen. Die Bremsen von Nissin sind über Jahre eine sichere Bank, Dunlop Bereifung und KYB Fahrwerk, alles top! Ein weiters kleines nettes Gimmick ist der Knopf zur Entriegelung der Sitzbank, super gelöst, ohne Werkzeug zu entfernen. Ebenso wie der Luftfilter.
Fazit:
Tolle neue innovative 250 4T, solide Modellpalette mit einer exotischen 350 2T die überrascht. Alle Modelle mit einer sehr guten Serienausstattung und gelungenem Gesamtpaket.
Links:
Beta Website: Zu den Beta Modellen 2027
Beta Preise 2027 UVP:
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Test: Edi Ederer für Enduro-Austria, Fotoquelle: Betamotor






