
Valentino Hutter und Maurice Egger gewinnen die Meisterschaftsläufe. Andrea Verona mit Verletzungspech:
Großer Andrang zum 6. Lauf der Enduro-ÖM. Schon bei der Anfahrt zum AspangRace wird einem der Stellenwert des Rennens in das Bewusstsein gerückt. Die Startplätze restlos ausverkauft, das Fahrerlager gesteckt voll, alle Wege und Wiesen um das Bergwerk vollgeparkt und hunderte Zuseher am Rennareal.

Noch dazu hat sich das KTM Enduro-Werksteam mit dem Enduro-Weltmeister 2026 der Klasse E2 und zweimaligen Aspangrace-Sieger Andrea Verona wieder zum Start gemeldet. Zusätzlich war heuer sogar noch der Enduro-Superstar und EnduroGP-Weltmeister 2026 Josep Garcia angemeldet. Letzterer konnte wegen einer Verletzung leider nicht zum Rennen antreten. Sehr schade, denn sein spektakulärer Fahrstil und Speed sind einzigartig.

Der Samstag:
Die Ausgangslage für spannende Rennen war gut. Perfektes Wetter, ein super Boden, staubfrei und mit Top-Grip. Eine relativ schnelle Endurostrecke mit guten Überholmöglichkeiten. Die Strecke war mit rund 22 Minuten Fahrzeit für die schnellsten Fahrer relativ lang, was den vielen Besuchern sehr entgegenkam, da man so die einzelnen Klassen viel besser unterscheiden kann.
Von den ÖM-Fahrern würde die Strecke eher als leicht, aber schnell eingestuft werden. Eine Einschätzung, die unerfahrene Enduristen bzw. Neulinge nicht teilen würden. Es gab doch einige Steilhänge und vor allem Abfahrten mit zerklüfteten Kanten. Wenn man ohne guten Grundspeed über die wellige, ausgefahrene Piste fährt, kostet das doppelt so viel Kraft wie bei den Profis. Es ist alles machbar, man sollte sich vorher allerdings schon mehrmals mit steilen Auf- und Abfahrten befasst haben. Motocrosser können vorne mitfahren, gewonnen hat bisher meistens ein Endurist.

Sehr "ausgefahren" waren heuer einige Streckenteile im Wald, da waren kantige Wellen so tief, dass der Vordermann teilweise nur mehr halb zu sehen war. Grundsätzlich war die Streckenführung wie im letzten Jahr, kleine Änderungen wurden eingebaut.
Spannend und ein guter Einklang für den Hauptevent war schon das erste Rennen der Klassen 6-10. Auf Details können wir hier nicht näher eingehen, das würde bei den vielen Klassen und Fahrern den Rahmen sprengen. Zu erwähnen wäre auch die doch große Anzahl in der Damenklasse, immerhin haben es 14 Damen in die Wertung geschafft!

Und auch in der Golden League Klasse ab 52 Jahren waren 53 Starter dabei. Und einige der Herrschaften sind da bereits weit vom Mindestalter entfernt. Da wird es wohl irgendwann noch eine weitere Klasse benötigen. Gewonnen hat bei den "Alten" übrigens Rudi Pöschl!

Beim 2. Lauf, dem Rennen der österreichischen Enduro-Staatsmeisterschaft, wurde dennoch eine Schippe draufgelegt. Alles wartete auf eine souveräne Fahrt von Enduro-Champion Andrea Verona, doch das Rennen startete anders. Frühe Führung für Vale Hutter. Nach 2 Runden konnte Weltmeister Verona am jungen Österreicher vorbeigehen und sich leicht absetzen.

Von außen sah das so aus, als ob der italienische Weltmeister das ganz souverän mit wenig Anstrengung ins Ziel fahren kann. Vale Hutter schaffte es aber, das Tempo noch einmal zu erhöhen und in Runde 6 zum Weltmeister aufzuschließen. Andrea Verona hatte dann leider Pech und kam zu Sturz, wobei er sich Verletzungen an Hand und Schulter zuzog. Vale Hutter konnte so mit gewaltigem Vorsprung einen bedeutsamen Sieg in der Elite Klasse und Overall am Samstag einfahren! Zweiter wurde Maurice Egger vor Nace Jelenc.

Vale Hutter zu seinem wohl prestigeträchtigsten Sieg: „Ich habe heute einen guten Start erwischt und konnte nach 3 Minuten für 2 Runden die Führung übernehmen. Nachdem mich Verona zurücküberholt hat, bin ich mein eigenes Rennen gefahren und war trotz 2 Stürzen gut unterwegs und konnte ihn wieder einholen. Aus meiner Sicht war das überraschend für ihn, weil er dann das Tempo schlagartig erhöht hat. Nach 2 Minuten hatte er vor mir einen Sturz, und ich konnte vorbeigehen. Leider hat er danach nicht weiterfahren können. Letztendlich habe ich mit 4 Minuten Vorsprung gewonnen und den Rückstand in der ÖM auf 6 Punkte verkürzt."
Die Sieger am Samstag:
Klasse 1 - AspangRace-Elite / ÖM: Hutter Valentino
Klasse 2 - Team: Vötsch Anton / Lackner Michael
Klasse 3 - bis 21 Jahre: Pinter Samuel
Klasse 4 - 21 bis 25 Jahre: Höller Matthias
Klasse 5 - 25 bis 30 Jahre: Friedl Simon
Klasse 6 - 30 bis 37 Jahre: Eberl Sam
Klasse 7 - 37 bis 45 Jahre: Mlekuž Aleks
Klasse 8 - 45 bis 52 Jahre: Konrad Hannes
Klasse 9 - Golden League, ab 52 Jahre: Pöschl Rudi
Klasse 10 - Damen: Starzinger Carina
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Am Abend fand wie immer das traditionelle Zeltfest mit der Siegerehrung statt, wobei nicht ganz klar ist, ob die Mehrheit wegen des Rennens oder wegen des Fests kommt. Das Zelt war gesteckt voll und die Siegerehrung etwas gestrafft. Die Preise wurden von niemand geringeren als EnduroGP Weltmeister Josep Garcia überreicht. Was für eine Ehre!
Bei der Tombola gab es ein Motorrad zu gewinnen. Eine KTM-EXC-f 250 im Aspangrace-Design. Ein begehrter Preis den jeder gewinnen wollte. Nach der Siegerehrung und der Verlosung gab es noch eine entspannte Feier unter Gleichgesinnten.
Der Sonntag:
Der Sonntag begann mit dem Aspang Jugend Race, für das die Nachwuchsrennfahrer schon den ganzen Samstag auf einer separaten Strecke trainiert hatten. Die Strecken des Rennens waren natürlich für alle Klassen unterschiedlich. Beeindruckend, über welche Hindernisse man mit so einem kleinen Motorrad schon fahren kann. Die Namen der Sieger wird man recht bald in der ÖM Jugendklasse finden. Super, dass so viel für den Nachwuchs getan wird und vor allem, dass so viele (60) Fahrer am Start waren.
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Das Hauptrennen am Sonntag geht nur über 2 statt 3 Stunden und hat nicht ganz das Prestige und die Teilnehmerzahl wie am Samstag. Für die Meisterschaftsfahrer ist das aber irrelevant. Es gibt gleich viele Punkte wie am Samstag. Die Strecke wird in die umgekehrte Richtung gefahren und sie war durch die Samstagsrennen entsprechend ramponiert.
Der Konter von Maurice Egger:
Der ÖM-Führende Maurice Egger wollte seine Führung in der Meisterschaft beim Aspangrace natürlich nicht verlieren und hatte für den Sonntag noch mehr Reserven über. In einem spannenden Duell über das gesamte Rennen konnte er Vale Hutter in über 2 Stunden Fahrzeit 20 Sekunden abnehmen. Das ist nicht viel und zeugt von einem 2 h langen beherzten Kampf um die Führung und war für Maurice Egger unglaublich wichtig für die Meisterschaft. Mit dem Ergebnis kann er beim Saisonfinale in Obdach auch Zweiter werden und sich trotzdem den Titel sichern.
Die Sieger vom Sonntag:
Klasse 1 - AspangRace-Elite / ÖM: Egger Maurice
Klasse 2 - Team: Pfatschbacher Rene / Oliver Leitner
Klasse 3 - bis 21 Jahre: Stockhammer Stephan
Klasse 4 - 21 bis 25 Jahre: Bergmeister Jakob
Klasse 5 - 25 bis 30 Jahre: Wechselberger Lukas
Klasse 6 - 30 bis 37 Jahre: Iby Jeremias
Klasse 7 - 37 bis 45 Jahre: Vollnhofer David
Klasse 8 - 45 bis 52 Jahre: Bergmeister Peter
Klasse 9 - Golden League, ab 52 Jahre: Liendl Manfred

Mit der Siegerehrung um 16:45 ging das Aspangrace 2026 zu Ende. Eine Veranstaltung die immer wieder aufs Neue begeistert und nach dem berühmten Erzbergrodeo ganz klar die zweitgrößte Rennveranstaltung im heimischen Enduro-Austria-Rennkalender darstellt. Ein derartig großer Event funktioniert nur durch die zahlreichen Helfer und Sponsoren, die diese Veranstaltung mit großem persönlichem Einsatz unterstützen.
An dieser Stelle gebührt ihnen im Namen aller Fahrer ein großes Dankeschön. Ein Dank, der auch wieder zurückkommt und weitergegeben wird, indem die Fahrer die Charity-Aktion des Aspangrace-Teams unterstützten. Da ist bestimmt einiges zusammengekommen.
Eine super Veranstaltung, die absolut jeden gefallen hat!
Alle Infos und Ergebnisse auf: www.aspangrace.at
Weitere Infos und Beiträge auf:

Bericht: Enduro-Austria, R.W. - Fotos: Enduro-Austria und Niki Peer Photography (3,4,10,11,12)





