
Belo Horizonte, Brasilien, 8. Oktober 2026 – Neun Jahre nach der letzten Ausgabe kehrte Minas Riders zurück: mit einer anspruchsvollen Hard-Enduro-Prüfung im brasilianischen Dschungel und einem entscheidenden Kräftemessen im berühmten Mineirão-Stadion. Steile Auffahrten, felsige Canyons und unerbittliche technische Passagen verlangten den Fahrern Können und Ausdauer ab, bevor der Wettbewerb am 3. Oktober für ein Finale im Romaniacs-Stil ins Stadion zog. Justin Elizondo (CRC) sicherte sich den Gesamtsieg in der Gold Class vor Rigor Rico (BRA) und Ryder Guest (USA).
Bereits das Time Trial lieferte einen Vorgeschmack auf das, was Minas Riders für die Fahrer bereithielt. Über offene Wiesen führte die Strecke hinein in die Dschungelkulisse und durch ein trockenes Bachbett, bevor die rutschigen Felsen und engen Durchfahrten des Canyons, von den Locals “Erzberg” getauft, warteten. Hier kämpften die Fahrer um eine gute Startposition für den ersten Offroad-Tag.
Während der Offroad-Tage folgten die Teilnehmer den Spuren der Goldgräbergeschichte von Minas Gerais. Zahlreiche trockengelegte Wasserkanäle, die vor Jahrhunderten für den Goldabbau angelegt worden waren, wurden nun Teil der Rennstrecke. Wo einst Wasser floss, bahnten sich jetzt Motorräder ihren Weg. Ebenso wie zahlreiche teils zugewachsene Wege, auf denen früher das geschürfte Gold zu den Häfen transportiert wurde.
Offroad-Tag 1 führte die Fahrer kurz nach dem Start durch ein trockenes Bachbett, einen sehr steilen Grashang hinauf und über felsige Auffahrten und Querfahrten mitten durch den dichten Dschungel. Vor dem Ziel wartete eine weitere anspruchsvolle Passage über rutschige Steinstufen um den Renntag zu beenden. Für zwei Nächte schlug der Renntross sein Quartier in Vila Galé nahe Ouro Preto auf.
Tag 2 begann mit einer kurzen Schleife rund um Vila Galé, bevor die Strecke in Richtung Zielgelände in Honório Bicalho führte. Drei Runden durch die Wasserfall-Passage von Rio Acima brachten das Renngeschehen direkt vor eine grosse Anzahl an Zuschauern. Bei Temperaturen von bis zu 35 °C kam Rigor Rico an seine Grenzen. Er verzichtete auf die dritte Runde, nahm dafür eine Zeitstrafe in Kauf und sprang zur Abkühlung in den Wasserfall. Weiter entlang der Strecke legten auch der Hawaiianer Ryder Guest und der Portugiese Diogo Ferreira Vieira eine kurze Abkühlung in demselben Fluss ein.
Tag 3 führte über 100 Kilometer durch die kontrastreiche Landschaft Brasiliens: Rutschiger Lehmboden wechselte sich mit Passagen durch den Atlantischen Regenwald und einem langen Abschnitt tief im abgelegenen Dschungel ab. Drei weitere Runden nahe dem Ziel forderten den Fahrern zusätzliche Kräfte ab.
Die Offroad-Tage 2 und 3 endeten bei Fast Brothers, einem Trainingszentrum für Enduro und Motocross. Ein steiler Hügel ließ die Motorräder mitunter förmlich abheben, bevor die Fahrer einen hölzernen Wallride über einem Teich bewältigen mussten. Schon die Ankunft im Ziel war eine Show für sich.
Am Abend vor Offroad-Tag 4 setzte Regen ein. Er hielt die ganze Nacht an und begleitete auch den letzten Renntag in der Region Macacos bei Nova Lima. Die Strecke verwandelte sich in eine kräftezehrende Schlammschlacht, weshalb das Programm von drei auf zwei Runden verkürzt wurde. Die Fahrer halfen einander durch die schwierigsten Passagen und erreichten das Ziel schlammverkrustet. Hunderte Zuschauer harrten trotz des Starkregens aus und feuerten sie an.

Später an diesem Tag übernahmen die Motorräder das Mineirão, eine Bühne, die gewöhnlich dem Fußball gehört. Hard-Enduro-Rennfahrer, Motoboys und Mototaxi-Teams stellten sich einem Parcours mit zwei legendären alten VW-Bussen, einem mit Kokosnüssen gefüllten Becken, Bambusstämmen, Reifen und Holzrampen. Das Grande Final verlieh einem Hindernisparcours im Red Bull Romaniacs-Stil eine unverkennbar brasilianische Handschrift.
Die Hard Delivery-Rennen sorgten für ein ganz eigenes Spektakel. Motoboys gingen mit ihren Lieferrucksäcken an den Start, während die Mototaxi-Fahrer die Hindernisse mit einem Passagier auf dem Soziussitz bewältigten. In einem Stadion, das sonst Tore und Zweikämpfe erlebt, gehörte der Abend den Motorrädern und einer ganz anderen Facette brasilianischen Sporttalents.
Mit gerade einmal 20 Jahren holte Justin Elizondo den Gesamtsieg in der Gold Class bei Minas Riders, nachdem er bei Red Bull Romaniacs 2025 Zweiter in der Silver Class geworden war. Sein Tempo hatte der Costa-Ricaner bereits auf einem gemeinsamen Streckenabschnitt der Gold und Silver Class unter Beweis gestellt: Dort überholte er sowohl Mario Roman als auch Billy Bolt.
Der Zweitplatzierte Rigor Rico prägt seit einem Jahrzehnt die brasilianische Hard-Enduro-Szene und hat Red Bull Romaniacs bereits achtmal erfolgreich beendet. Der drittplatzierte Ryder Guest, ein ehemaliger Profisurfer aus Hawaii, widmet sich heute dem Hard-Enduro-Rennsport und den Herausforderungen, die ihn daran begeistern.
In der Silver Class setzte sich Jozimar Xavier, bekannt als Jojô, vor Luciano Paiva und Caio César Machado Nunes durch.
César Vinicius Costa Boaventura gewann die Bronze Class vor Bernardo Guimarães auf Platz zwei und Jefferson Souza auf Platz drei.
Den Sieg in der Iron Class sicherte sich Mayck Andrade de Castro, gefolgt von Fábio Alves Araújo und Rafael Riera.
Auch Vincenzo Barbagallo meisterte die Iron Class auf einer CFMOTO IBEX 450. Mit seinem Adventure-Motorrad nahm er die Dschungelpfade, felsigen Auffahrten und Schlammpassagen gemeinsam mit den Enduro-Maschinen unter die Räder.
Als Masters-Event war Minas Riders zudem Teil des Hard Enduro World Ranking (HEWR) und verband damit das brasilianische Rennen mit der internationalen Rangliste.
„Brasilien hat das Gelände, die Fahrer und ein Publikum, das mit voller Leidenschaft hinter dem Rennen steht. Diese Ausgabe bot den Teilnehmern alles: felsige Dschungelauffahrten, heftigen Regen und tiefen Schlamm. Anschließend brachten wir sie ins Mineirão Stadion, wo eine völlig andere Herausforderung auf sie wartete. Zu sehen, wie Motoboys und Mototaxi-Teams gemeinsam mit Hard-Enduro-Rennfahrern die Hindernisse in Angriff nahmen, gab dem Finale seinen ganz eigenen Charakter. Mit dieser Ausgabe haben wir eine Grundlage geschaffen, auf der wir weitere Veranstaltungen aufbauen können. Wir denken außerdem über Adventure-Klassen für künftige Ausgaben nach, um dieses Erlebnis einem weiteren Teil der Motorrad-Community zu öffnen“, sagte Martin Freinademetz, Veranstalter von Minas Riders und Gründer von Red Bull Romaniacs.
Über die Podiumsplätze hinaus bleiben die Bilder dieser Ausgabe in Erinnerung: Fahrer, die einander durch den Schlamm halfen, Menschenmengen am Wasserfall, Zuschauer, die sich vom Starkregen nicht abschrecken ließen, und Motoboy- und Mototaxi-Teams, die mit ihren Alltags- und Arbeitsmotorrädern die Hindernisse im Mineirão bezwangen.
Die Veranstalter danken dem brasilianischen Team und den Mitgliedern des Red Bull Romaniacs-Teams, die Minas Riders mit ihrer Erfahrung im Streckenbau, in der Veranstaltungsorganisation und in der Medienberichterstattung möglich gemacht haben. Ein besonderer Dank gilt außerdem den Partnern, die das Comeback unterstützten, sowie den Zuschauern, die an den Strecken und beim Grande Final im Mineirão für mitreißende Stimmung sorgten.
Alle Ergebnisse: minasriders.com/results

Photo Credit: Lidiana Couto, PA: Minas Riders Marketing Team





